Jugendblasorchester St. Konrad brillierte (Daniel Steffen, MZ)

Zum Herbstkonzert strömten über 1200 Gäste in das Audimax. Von Phil Collins über Andrew Lloyd Webber bis zur Polka reichte das Repertoire.

STADTNORDEN Über 100 Musiker mischen im Großen Orchester mit. Der Jüngste von ihnen ist gerade einmal zwölf Jahre alt, das Durchschnittsalter beträgt 17 Jahre. Im Regensburger Norden beheimatet, hat sich das Jugendblasorchester St. Konrad längst zu einer Institution entwickelt. Am Sonntag lud das JBO zum Herbstkonzert in das Audimax der Uni Regensburg ein. Über 1200 Gäste kamen – zu einer ausverkauften Halle fehlte nicht mehr viel. Die jungen Musiker schöpften unter ihrem Dirigenten Stephan Nürnberger aus der reichen musikalischen Vielfalt: Aus ihrem Repertoire zauberten sie Musical-Highlights und Pop-Hits, aber auch Ouvertüren, flotte Marschmusik und Polka-Klänge.

Den Start machte das Nachwuchsorchester, von denen 15 Musiker künftig „in das große Orchester integriert“ werden sollen, wie Moderator Thomas Thurow erklärte. Mit ihrem dritten Stück „Musik ist Trumpf“ weckten die Musiker Erinnerungen an jene gleichnamige ZDF-Musikshow. 51 Jahre, nachdem Heinz Gietz das Stück komponiert hatte, sollte „Musik ist Trumpf“ zum Titel der neuen CD des Jugendblasorchesters werden. Die Scheibe verkaufte sich am Sonntag so gut, dass sich die Gäste schicken mussten, noch eines der begehrten Exemplare zu ergattern.

Dann betrat das große Orchester die Bühne. Das widmete sich zunächst majestätischen Melodien und spielte die „Olympic Fanfare“ von James Curnow – jenem Musiker, der mit seinem Werk die Olympischen Spiele von Los Angeles 1984 begleitete und versuchte, die „Faszination und Spannung dieses Großereignisses einzufangen“. Im Anschluss schielte das JBO nach Prag und präsentierte den „Florentiner Marsch“ des tschechischen Komponisten Julias Fucik (1872 - 1916). „In Prag und Berlin gab er Konzerte vor mehr als 10 000 Menschen. Dies war der Beginn des Zeitalters der Militärkapellen“, erklärte Thurow, der sich die Mühe machte, auf jeden Musiker näher einzugehen. Für ein optisches Highlight sorgte die „Amboss Polka“, mit dem der Berliner Komponist Albert Parlow die Musikwelt Mitte des 19. Jahrhunderts revolutionierte. Mit schwerem Stahl die Bühne betretend, bewiesen auch die JBO-Musiker, dass es sich auf dem traditionellen Handwerksgerät spielen lässt.

Im zweiten Teil der gut dreistündigen Veranstaltung präsentierte das JBO das Schaffen der Künstler Phil Collins und Andrew Lloyd Webber. Die Zuhörer tauchten in die Welt des „Phantoms der Oper“ ein und konnten sich parallel zur musikalischen Darbietung Sequenzen aus dem gleichnamigen Film ansehen. Auch ein Ausflug in den klassischen Rock‘n‘Roll gehörte zum Programm. Das technisch einwandfreie Konzert gefiel den Zuhörern so gut, dass sie sich von ihren Plätzen erhoben und im Rhythmus klatschend Zugabe einforderten. Diesem Wunsch kamen die jungen Musiker selbstverständlich nach, so dass sich die Investition für denEintritt vollauf lohnte.

Bericht aus der Mittelbayerischen Zeitung vom 13. November von Daniel Steffen.

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